Auf einer kurzen Regionalstrecke kann ein Turbopropflugzeug die passendere Wahl sein als ein größerer Jet. Der ATR 72 wurde für genau solche Verbindungen entwickelt: Er bringt Passagiere zwischen kleineren Städten und größeren Drehkreuzen, ohne dass jede Strecke ein großes Verkehrsflugzeug füllen muss. Sein Einsatzgebiet erklärt viel über seine Konstruktion.
Gemeinsame europäische Herkunft
ATR ist ein französisch-italienisches Flugzeugbauunternehmen, das Anfang der 1980er-Jahre gegründet wurde. Der ATR 72 ist die größere Variante der Turbopropfamilie und absolvierte seinen Erstflug 1988. Entwickelt wurde er für den Regionalverkehr, bei dem Flugzeit, Nachfrage und die Größe des angeflogenen Flughafens gemeinsam über den passenden Flugzeugtyp entscheiden.
Turboprop statt Kurzstreckenjet
Zwei Turboproptriebwerke treiben die Propeller des ATR 72 an; die Tragflächen sitzen oben am Rumpf. Das unterscheidet ihn auf den ersten Blick von einem A320 oder einer 737 mit Triebwerken unter den Flügeln. Auf kurzen Strecken kann ein Turboprop seine Stärken im regionalen Betrieb ausspielen, während ein Jet bei längeren Abschnitten meist höhere Reisegeschwindigkeiten ermöglicht.
Kapazität für den Regionalverkehr
Der ATR 72 bietet je nach Ausführung und Kabineneinrichtung Platz für ungefähr 70 Passagiere. Die zweimotorige Auslegung und die vergleichsweise kompakte Kabine passen zu Strecken, auf denen Nachfrage und Flughafeninfrastruktur den Einsatz eines großen Jets nicht rechtfertigen. Im Vergleich zu A320 und 737 zeigt das Profil: Flugzeugwahl ist nicht nur eine Frage der Größe, sondern auch der Strecke, die bedient werden soll.
