Wer auf einem europäischen Kurzstreckenflug sitzt, begegnet häufig einem Airbus A320 oder einem seiner Familienmitglieder. Der Typ steht für einen Wandel im Verkehrsflugzeugbau: Er brachte digitale Flugsteuerung in ein weit verbreitetes Passagierflugzeug und wurde für den Einsatz auf kurzen und mittleren Strecken entwickelt.
Europäische Entwicklung
Der A320 entstand bei Airbus, einem europäischen Flugzeughersteller mit Entwicklungs- und Produktionsstandorten in mehreren Ländern. Als das Flugzeug 1988 in den Liniendienst ging, ergänzte es die längeren A300- und A310-Modelle um ein kleineres Muster für den Kurz- und Mittelstreckenverkehr. Daraus entwickelte sich eine Familie mit verschiedenen Rumpflängen, darunter A319, A320 und A321.
Ein Cockpit im Wandel
Ein markantes Merkmal des A320 ist die digitale Fly-by-Wire-Steuerung: Steuerbefehle werden elektronisch verarbeitet, statt direkt über mechanische Verbindungen an die Steuerflächen zu gehen. Die Piloten steuern das Flugzeug über seitliche Steuerknüppel, sogenannte Sidesticks. Zusammen mit den Flugsteuerungssystemen prägte diese Auslegung eine neue Cockpitgeneration, ohne die Aufgaben der Piloten zu ersetzen.
Für viele Strecken gebaut
Mit einem Gang zwischen den Sitzreihen und zwei Triebwerken unter den Tragflächen ist der A320 auf den typischen Betrieb großer Passagierfluggesellschaften ausgelegt. Je nach Variante und Kabineneinrichtung unterscheiden sich Länge und Sitzplatzzahl; die Flugzeugfamilie deckt damit unterschiedliche Nachfrage ab. Im Vergleich zum Boeing 737 zeigt sich, wie zwei Hersteller ähnliche Strecken bedienen, dabei aber unterschiedliche Cockpit- und Steuerungskonzepte verfolgen.
